Lebensministerium.at - Navigation

 
 

Wie man mit 9 Euro eine Tonne CO2 aus der Luft holt

Der Weg zur Energieautarkie Österreichs 2050 setzt die Förderung von Investitionen für nachhaltige Energieversorgung und die Steigerung der Energieeffizienz voraus.

100 Millionen Euro für den Förderungsschwerpunkt Energieeffizienz

 

Ziele der Förderung sind die Umstellung auf LED-Beleuchtungssysteme, auf effiziente elektrische Antriebe und die thermische Gebäudesanierung, für die das Umwelt- und das Wirtschaftsressort in der "Sanierungsoffensive" für 2011 gemeinsam 100 Millionen Euro bereitstellten.

 

70 Millionen davon wurden für die Sanierung von Wohnungen sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern und 30 Millionen für Betriebsgebäude eingesetzt. Investitionen von mehr als 800 Millionen Euro wurden damit ausgelöst, denn Umweltschutz ist ein wichtiger Wachstums- und Jobmotor: das Beschäftigungsplus durch Green Jobs im Jahr 2011 mit 12.000 Arbeitsplätzen.

 

 

Daten zur Umweltförderung im Jahr 2011

 

2011 vergab das Lebensministerium Umweltförderungen für 23.587 Projekte. Mit einem Förderungsbarwert von 350,5 Millionen Euro wurde ein umweltrelevantes Investitionsvolumen von 1.992 Millionen Euro ausgelöst.

 

Der durchschnittliche Förderungssatz sank auf 17,6 % (2010: 21,5 %, 2009: 20,7 %), was auf die Vielzahl kleiner "Sanierungsoffensiven"-Projekte mit niedrigem Förderungssatz (11,9 %) sowie auf die Anpassung maximaler Förderungssätze und Deckelungen in den neuen Förderungsrichtlinien zurückzuführen ist.

 

In der Wasserwirtschaft wurden 2.706 Projekte mit einem Förderungsbarwert von 136,4 Millionen Euro und einem umweltrelevanten Investitionsvolumen von 574,9 Millionen Euro genehmigt. Gegenüber 2010 sind die eingereichten und genehmigten Förderungsanträge um 230 gesunken.

 

In der kommunalen Siedlungswasserwirtschaft gab es gegenüber dem Vorjahr eine Reduktion um 270 Projekte auf 2.624 Projektanträge (2009: 3.437). Für 2010 bis 2013 stehen insgesamt 355 Millionen Euro zur Verfügung. In der Siedlungswasserwirtschaft wurden 129 Einrichtungen zur Verwertung und Nutzung erneuerbarer Energie im Ausmaß des Eigenbedarfes der Wasserversorgungs- oder Abwasserentsorgungsanlage gefördert.

 

Bei den betrieblichen Abwassermaßnahmen konnten 2011 auf Basis der neuen Förderungsrichtlinien zehn Projekte mit einem Förderungsbarwert von 1,3 Millionen Euro zugesichert werden. Einen weiterer Schwerpunkt der Wasserwirtschaft bildete 2011 die Gewässerökologie: 66 Projekte mit einem umweltrelevanten Investitionsvolumen von 26,5 Millionen Euro wurden mit einem Förderungsbarwert von 12,6 Millionen Euro unterstützt. 123 Anträge betrafen die Errichtung von Photovoltaikanlagen.

 

Bei der Umweltförderung im Inland lag 2011 die Zahl der Neuanträge 15 % über dem Vorjahr und auf dem Niveau von 2009. Die meisten Anträge gelten der thermischen Gebäudesanierung, Biomasse- Einzelanlagen und Energiesparmaßnahmen. Als Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Energiestrategie 2020 wurde das Förderungsangebot bei der Energieeffizienz 2011 erweitert. Gefördert wird die Beleuchtungsumstellung auf LED-Systeme, energieeffiziente elektrische Antriebe und die Anpassung und Modernisierung der Kesselanlagen bei Biomasse-Nahwärmeversorgern.

 

Nach dem großen Erfolg des Konjunkturpakets 2009 beschloss die Bundesregierung, die thermische Gebäudesanierung 2011 bis 2014 unter dem Titel "Sanierungsoffensive" fortzusetzen. Für gewerblich genutzte Gebäude wurden für 2011 30 Millionen Euro bereitgestellt, für den privaten Wohnbau 70 Millionen Euro. 2011 wurden 17.019 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 802,5 Millionen Euro aus den Mitteln der Sanierungsoffensive gefördert.

 

Gesamtökonomische Betrachtung der Umweltförderung

 

Durch Umsetzung der 2011 geförderten Umweltprojekte und der Sanierungsoffensive können jährlich über 526.000 Tonnen CO2 und - bezogen auf die Nutzungsdauer - sogar mehr als zwölf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Mit den 2011 genehmigten Projekten für neue Abwasserreinigungskapazitäten (für ca. 142.000 Einwohnerwerte) können jährlich rund 2.181 Tonnen BSB5 (Biologischer Sauerstoffbedarf für fünf Tage) abgebaut, 531 Tonnen Stickstoff nitrifiziert und 357 Tonnen Stickstoff sowie 80 Tonnen Phosphor aus dem Abwasser entfernt werden.

 

Im Zuge der 2011 genehmigten Altlastensicherungs- und Sanierungsmaßnahmen werden 100.000 Kubikmeter kontaminiertes Material geräumt und einer geordneten Behandlung zugeführt. Zusätzlich wird durch die Reinigung von mehr als 100.000 Kubikmetern kontaminiertem Grundwasser pro Jahr der Schutz der Trinkwasserreserven weiter ausgebaut. Darüber hinaus enthalten die genehmigten Projekte die Erfassung und Behandlung von jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Deponiegas.

 

Neben der Umweltförderung hat der Klima- und Umweltschutz maßgebliche ökonomische Effekte, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt. Laut WIFO wurden 2011 in der Siedlungswasserwirtschaft 7.000 Beschäftigungsverhältnisse und durch Umweltförderungen im Inland 8.600 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert. Die Sanierungsoffensive 2011 führte zu weiteren 12.000 Green Jobs.

 

Neues Online-Serviceangebot

 

Der Bericht informiert auch über das neue Online-Serviceangebot für die Umweltförderung auf der im Frühjahr 2011 eröffneten Online- Plattform www.meinefoerderung.at. Sie bietet registrierten Förderungskunden die Möglichkeit, Daten zu ihrem Förderungsfall online einzusehen oder auch elektronisch Informationen zu übermitteln. Darüber hinaus wurde die Umstellung auf elektronische Einreichung für die betriebliche Umweltförderung im Jänner 2012 erfolgreich gestartet.

 

JI/CDM-Programm: Eine Tonne CO2-Emission um 9 Euro

 

Im Rahmen des JI/CDM-Programms steuert die Kommunalkredit mittlerweile ein Portfolio hochwertiger Klimaschutzprojekte, das bereits zwei Drittel des angestrebten Ziels von 45 Millionen Emissionsreduktionseinheiten liefert. 2011 wurden bestehende Projekte optimiert. Neuankäufe dienten hauptsächlich der Kompensation von Mengenausfällen bei bestehenden Projekten, mit denen sich Österreich weitere 2,7 Millionen Emissionsreduktionseinheiten sicherte.

 

Gekauft wurden Emissionsreduktionen aus drei CDM-Sekundärmarktbündeln, einem JI-Projekt in der Ukraine und einem Green Investment Scheme (GIS) mit Bulgarien. Eine Zwischenbilanz zum österreichischen JI/CDM-Programm seit 2003 gibt Auskunft über 70 Projekte, eine Fondsbeteiligung, drei Carbon-Fazilitäten und Green Investment Schemes mit vier EU- Mitgliedsstaaten.

Insgesamt konnten bislang 49,3 Millionen Tonnen Emissionsreduktionseinheiten zu einem Durchschnittspreis pro Tonne von 8,9 Euro gesichert werden.