Bundesministerium
für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
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Die Broschüre des Lebensministeriums zum aktuellen Stand der Erneuerbaren Energien in Österreich steht zum Download bereit.
Bereits zum fünften Mal gibt das Lebensministerium die bekannte Broschüre der „Erneuerbaren Energie in Zahlen“ heraus. Darin werden Daten aus der aktuellen, von Umwelt- und Wirtschaftsministerium gemeinsam beauftragten Energiebilanz in verständlicher und grafisch ansprechender Art und Weise aufgearbeitet und mit wichtigen zusätzlichen Datenquellen präsentiert. Neben der Darstellung der energetischen Entwicklung der einzelnen Sparten der Erneuerbaren werden auch die Bedeutung für den Klimaschutz und die volkswirtschaftlichen Effekte analysiert. Dadurch wird ein umfassender Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energieträger in Verbindung mit wichtigen Hintergrundinformationen ermöglicht und ein Verständnis zu aktuellen Trends und Treibern auf diesem Gebiet geschaffen.
Im Jahr 2011 betrug der österreichische Bruttoinlandsverbrauch 396.474 GWh oder 1.427 PJ und war damit um 3,3% niedriger als im Jahr 2010. Der energetische Endverbrauch reduzierte sich im selben Zeitraum um 3,9%. Dieser Verbrauchsrückgang ist auf das stagnierende bis rückläufige Wirtschaftswachstum des Jahres 2011 zurückzuführen.
Brachte die Erholung der Wirtschaft im Jahr 2010 nach dem Krisenjahr 2009 einen Energieverbrauchsanstieg, so sank der Energieverbrauch im Jahr 2011 wiederum leicht ab. Die Verbrauchswerte im Jahr 2011 liegen jedoch noch immer über den Werten des Jahres 2009. Der Bruttoinlandsverbrauch der EU27 reduzierte sich zum Vergleich von 2010 auf 2011 laut Eurostat (2012) um 3,5%.
Der Anteil erneuerbarer Energie gemäß der EU Richtlinie 2009/28/EG betrug in Österreich im Jahr 2011 31,0%. Der Anteil war damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Jahr 2010. In absoluten Zahlen verringerte sich der Beitrag anrechenbarer Erneuerbarer von 2010 auf 2011 jedoch um 2,5% auf 99.318 GWh oder 358 PJ. Der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoinlandsverbrauch der EU27 betrug im Jahr 2011 laut Eurostat vergleichsweise lediglich 10,0%.
Die größten Beiträge am Gesamtaufkommen erneuerbarer Energie in Österreich leisteten im Jahr 2011 die Wasserkraft mit 38,9%, die feste Biomasse mit 31,5% sowie die erneuerbaren Anteile in der Fernwärme mit 10,3%.
Weitere große Beiträge stammen aus den Bereichen der Biokraftstoffe mit 6,1% und den energetisch genutzten Laugen mit 6,9%. Die Beiträge der Sektoren Windkraft, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas, Geothermie, Deponie-& Klärgas und Photovoltaik machen in Summe 6,2% aus.
Beim erneuerbaren Strom ist auch 2011 wieder der starke Zuwachs der Photovoltaik zu erwähnen. Eine Verdopplung der installierten Leistung auf mittlerweile 187,2 MW konnte durch die Anreize in Form von Investitionszuschüssen und tariflichen Förderungen erreicht werden.
Auch bei der Windkraft konnten 2011 Zuwächse im Ausmaß von 72 MW erzielt werden. Durch neue Fördermöglichkeiten konnte der Bestand an Windkraftanlagen auf 1084 MW ausgebaut werden.
Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich im Jahr 2011 Treibhausgasemissionen im Umfang von 15,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Unter der zusätzlichen Berücksichtigung der Großwasserkraft betragen die vermiedenen Emissionen 29,8 Mio. Tonnen.
Die vermiedenen Emissionen haben sich von 2010 auf 2011 um 1,5% verringert, was auf den allgemeinen Rückgang des Energieverbrauchs zurückzuführen ist. Im Sektor Strom konnten ohne Berücksichtigung der Großwasserkraft 4,8 Mio. Tonnen, im Sektor Wärme 9,4 Mio. Tonnen und im Sektor Treibstoffe 1,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden.
Im Jahr 2011 betrug der Gesamtumsatz aus den Investitionen in und dem Betrieb von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich 5,515 Mrd. Euro und war damit um 0,3% geringer als im Jahr 2010.
In den entsprechenden Produktions- und Servicebetrieben wurden im Jahr 2011 insgesamt 38.703 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, das sind um 0,3% weniger als 2010.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich geht jedoch weit über die Umsatz- und Beschäftigungseffekte hinaus. Die Forcierung der Nutzung Erneuerbarer erhöht den nationalen Selbstversorgungsgrad mit Energie, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit die Krisenanfälligkeit der Volkswirtschaft und führt zu einer Umstrukturierung der Wirtschaft in Richtung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Energiesystems.