Bundesministerium
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Ernährungsexperten bescheinigen: Man geht immer mehr weg von nährstoffbasierten Empfehlungen und immer mehr zu nahrungsmittelbasierten Empfehlungen.
Laut Ingrid Kiefer, Expertin von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), sind Empfehlungen, wie 15 bis 30 Prozent Fett als Energieanteil in der Nahrung zu sich zu nehmen, nicht nachvollziehbar und daher nicht umsetzbar.
Diäten boomen - bis hin zu den denkbar abstrusesten Ratschlägen. Doch in der Realität sind nur einfache Empfehlungen breit umsetzbar. Noch existiert eine gewaltige Diskrepanz zwischen Ist und Soll. Was viele Empfehlungen für eine gesündere Ernährung einfach unwirksam macht, ist zunächst ihre mangelnde Umsetzbarkeit in der täglichen Praxis der Konsumenten.
Der Ernährungsbericht 2008 hat eindeutig gezeigt, wie ungesund die österreichische Bevölkerung punkto Fett und Cholesterin, Kalorien insgesamt und Salz lebt. Dabei liegt nicht alles in Händen der Konsumenten allein. Auch die Lebensmittelhersteller tragen dazu bei und müssen deshalb mit ins Boot geholt werden. Mit dem zunehmenden Konsum von Halbfertig- und Fertigprodukten steigt die Salzbelastung der Ernährung. Deshalb müssen beispielsweise Nahrungsmittelindustrie, Bäcker und dergleichen mit am selben Strang ziehen und Salz in den Produkten etwa schrittweise reduzieren, um über eine langsame Anpassung die Menschen an salzreduzierte Nahrung zu gewöhnen.
Angaben nach Anteilen von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen in der Ernährung sind heute überholt, geht es doch darum zu erfahren, WAS gegessen werden soll - und was gemieden.
Doch auch hier liegt die Crux im Abstrakten: "Fünf Mal täglich Obst und Gemüse" ist so eine allgemeine Regel, dass sie alle abschreckt. - Sagt sie doch nichts aus über die Menge und auch nicht über Kombinationsmöglichkeiten und gut verdauliche Zusammenstellung: Zwei Erdäpfel oder zwei Handvoll gekochter Reis als eine Portion wären für den Einzelnen nachvollziehbare Regeln.
Fest steht: frische Früchte, Blätter und Wurzeln saisonaler Obst- und Gemüsesorten führen dem Organismus nicht nur vollwertige Vitamine und Spurenelemente zu, sondern auch lebenswichtige pflanzliche Enzyme. - Welcher Weg der Propagierung dieses Wissens die breiteste Wirkung in der Bevölkerung erreicht, bleibt aber noch wissensschaftlich zu evaluieren.