Bundesministerium
für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
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Österreichische Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion bei EU-Ministerkonferenz in Mondsee präsentiert.
Der Pro Kopf Verbrauch von Fisch liegt in Österreich mittlerweile zwischen 7 und 8 kg (Berechnungsbasis Filets). Laut dem aktuellen Lebensmittelbericht ist der mengenmäßige Verbrauch von Fisch und Fischprodukten in den letzten 10 Jahren um fast 40 Prozent gestiegen, Tendenz weiter steigend. Die Gründe hierfür sind, dass Fisch als gesundes Lebensmittel neu entdeckt wurde und die Konsumentinnen und Konsumenten kritischer und gesundheitsbewusster werden. Berichte über die Überfischung der Meere sowie Vorfälle in Fukushima haben darüber hinaus den Anspruch der Konsumentinnen und Konsumente nach einer nachhaltigen und umweltbewussten Fischerei und Fischzucht wachsen lassen.
Österreich setzt daher auf eine nachhaltige Binnenfischerei und den Ausbau der Aquakultur. Ziel des Strategiepapiers „Aquakultur 2020 – Österreichische Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion“ ist es, den Selbstversorgungsgrad bei Süßwasserfisch von derzeit ca. 34% auf 60% zu steigern. Das entspricht einer Erhöhung der Produktionsmenge um 2.400 t auf dann 5.500 t jährlich (derzeit 3100 t, davon 2000 t Forellen und ca. 800 t Karpfen).
Um dieses Ziel bis 2020 zu erreichen, hat das Lebensministerium gemeinsam mit den Fischereiverbänden und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW) ein vielfältiges Maßnahmenpaket erarbeitet:
Bildung und Beratung, Qualitätsproduktion, effiziente und innovative Anlagen und einheitliche rechtliche Auslegung sollen einen starken Impuls geben, die Erzeugung von österreichischem Süßwasserfisch deutlich zu erhöhen.
Damit leistet Österreich auch auf europäischer Ebene einen wichtigen Beitrag, die Weichen in Richtung einer nachhaltigen und zugleich wettbewerbsfähigen Aquakultur zu stellen.
Die zweitägige Aquakulturtagung am 10. und 11. Mai 2012 in Mondsee mit Einführung in Salzburg-Stadt, die von der Europäischen Kommissarin für Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Maria Damanaki und Bundesminister Niki Berlakovich gemeinsam organisiert wurde, diente vor allem der Stärkung der Rolle der europäischen Aquakultur im Reformprozess der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP).
Die GFP wird zurzeit in Brüssel neu reformiert und ausgerichtet. Dabei ist das wesentliche Ziel, die bisherigen Defizite der GFP wie Überfischung der Meere, Überkapazitäten und illegale Fischerei in den Griff zu bekommen und die GFP nachhaltiger und umweltgerechter zu gestalten.
Österreich hat sich bereits in der Vergangenheit für diese Ziele vehement eingesetzt und ist auch am Reformprozess intensiv beteiligt.
Wie schon bisher im Rahmen der Beratungen über die Reform hat Minister Berlakovich auch bei der Aquakulturkonferenz die Stärkung der Süßwasseraquakultur nachdrücklich eingefordert. Denn diese bietet eine Möglichkeit, das Problem der Überfischung der Meeresfischbestände und der hohen Abhängigkeit der Europäischen Union von Einfuhren zu lösen. Natürlich setzt sich Österreich nur für eine nachhaltige Produktionsweise in der Aquakultur ein, wie sie auch in Österreich praktiziert wird.
Derzeit werden ca. 3.100 Tonnen Fisch pro Jahr in Österreich erzeugt. Eine Steigerung ist bis 2020 geplant und erwünscht. Die nachhaltige Produktionsweise und die hohe Qualität der Fische müssen dabei selbstverständlich erhalten bleiben.
Bei der Reform der GFP wird von der Europäischen Kommission vor allem auf Innovation und neue Techniken gesetzt. Obwohl Österreich diesen Ansatz unterstützt, sieht Minister Berlakovich aber auch den Bedarf, die kleinen österreichischen Unternehmen zu stärken und den Fischzüchtern die Möglichkeit zu geben, ihre bestehenden Betriebe auszubauen. Daher wurde und wird gefordert, dass auch im zukünftigen Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF; 2014 – 2020) entsprechende traditionelle Investitionen (in den Neubau, Erweiterungen, die Modernisierung von Anlagen) gefördert werden können. Von Seiten der Europäischen Kommission werden zu diesem wichtigen Anliegen Österreichs bereits positive Signale vernommen.
Österreich hat auch um dieses Ziel zu erreichen, mit Unterstützung von zahlreichen Mitgliedstaaten Initiativen gesetzt, die diese Forderung untermauern.
Im Rat Landwirtschaft und Fischerei (14. und 15. Mai 2012) wurde als eine dieser Initiativen eine Gemeinsame Feststellung präsentiert , die von Österreich im Vorfeld zur Konferenz erarbeitet wurde. Mit dieser Unterstützung wird es möglich werden, die Ziele, die Minister Berlakovich in der österreichischen Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion festgelegt hat, zu erreichen.
Die Konferenz in Mondsee war somit ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Förderung einer nachhaltigen Süßwasseraquakultur in der Europäischen Union. Bundesminister Berlakovich ließ es sich aber auch nicht nehmen, auf die externe Fischereipolitik der EU zu verweisen und die Bedeutung strengerer Regeln und Umweltstandards bei den Verhandlungen über Fischereiabkommen mit Drittstaaten zu betonen. Denn ebenso wie die schonende Bewirtschaftung von Fischbeständen müssen auch demokratische Prinzipien und Menschenrechte beachtet werden.