Lebensministerium.at - Navigation

 
 

Landwirtschaft stark von Klimawandel bedroht

Wie der Weltklimarat in einem Sonderbericht feststellt, werden sich die Wetterextreme in Zukunft verschlimmern. Besonders bedroht ist die Landwirtschaft.

Der Weltklimarat IPCC hat im März 2012 den Sonderbericht „Risikomanagement von Extremereignissen und Katastrophen zur Anpassung an den Klimawandel (SREX)“ vorgelegt.

 

Anfang Mai fand im Lebensministerium eine Veranstaltung statt, bei der ExpertInnen und Experten die Ergebnisse diskutierten.

 

Wetterextreme werden sich verschlimmern

 

Die wesentlichen Aussagen des Berichts:

 

  • Durch den vom Menschen verursachten Klimawandel haben sich Wetterextreme verschlimmert und werden in Zukunft häufiger, länger und intensiver auftreten.
  • Mit vermehrten Schäden ist in jenen Regionen zu rechnen, deren Empfindlichkeit besonders hoch ist, wobei hier Entwicklungsländer besonders betroffen sind, die heute schon über 95% der Todesopfer von Naturkatastrophen verzeichnen.
  • Der Alpenraum - und damit Österreich - ist eine der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Regionen in Europa. Mit einer Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperatur von 2° C weist die Region bereits eine mehr als doppelt so hohe Erwärmungsrate gegenüber dem globalen Durchschnitt auf.
  • Zwei Drittel der Landesfläche in Österreich liegen im Alpenraum. Auch in Österreich werden Wetterextreme häufiger und intensiver auftreten und die Anzahl der Katastrophenereignisse steigen.
  • Generell wird es im Sommer trockener und heißer, und im Winter feuchter. Wetterextreme, zunehmende saisonale Wasserknappheit, Hochwasser- und Naturgefahren, Gletscherschmelze und der Rückgang von Dauerfrost-Böden werden in Zukunft die Alpen prägen.

Landwirtschaft größtes Klimaopfer

 

Die Erträge der Landwirtschaft sind zu 80 % vom Wetter abhängig. Da Dürre- und Überschwemmungsschäden in Zukunft öfter, intensiver und großflächiger auftreten werden, kann der Agrarsektor als Nahrungsmittellieferant als das größte Klimaopfer angesehen werden.

 

Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung und Mitorganisator des Workshops, betonte daher die Wichtigkeit eines umfassenden Versicherungsschutzes in der Landwirtschaft.

 

 

Anpassung an Klimawandel notwendig

 

Angesichts des Szenarios hält Minister Berlakovich eine Doppelstrategie für unabdingbar. Zum einen muss dem Klimawandel durch die Reduktion des Treibhausgasausstoßes entgegengewirkt werden, zum anderen muss sich Österreich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen.

 

Um mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch, Natur und Wirtschaft in Österreich zu skizzieren, wird derzeit eine Nationale Anpassungsstrategie erstellt. Sie beleuchtet 14 Themenfelder samt Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen. An der Strategie arbeiten rund 100 Institutionen mit. „Wir müssen den Klimaschutz weiter verstärken, uns aber gleichzeitig für unausweichliche Auswirkungen des Klimawandels auf Natur und Mensch wappnen“, erklärte Berlakovich.

 

Für Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamtes und ebenfalls Mitorganisator des Workshops braucht es eine Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, um tragfähige nachhaltige Lösungen für die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Regionen zu finden. Eine unumgängliche Voraussetzung gegenüber den Folgen des Klimawandels sind widerstandsfähigere Ökosysteme. Die gezielte Steuerung des Flächenangebots für Siedlungs-, Gewerbe- und Infrastrukturzwecke sei eine der effektivsten und effizientesten Strategien im Umgang mit Naturgefahren, ebenso das Freihalten von Abflussräumen bei Hochwasser.

Zum Thema im WWW