Bundesministerium
für Land- und Forstwirtschaft,
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Die EU-Landwirtschaft verzeichnete 2011 einen Einkommensanstieg um 6,5%. Positiv hat sich auch der Außenhandel entwickelt.
Wie aus einem Bericht der EU-Kommission über die Entwicklung des Agrarsektors im Jahr 2011 hervorgeht, stand das Landwirtschaftsjahr 2011 in der EU im Zeichen eines Anstiegs der realen Faktor-Einkommen um 3,7%. In Verbindung mit der Verringerung des agrarischen Arbeitseinsatzes um 2,7% ergab sich eine Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Jahresarbeitseinheit um 6,5% (vorläufige Zahl). Die tatsächliche Bandbreite bei den einzelnen Ländern liegt jedoch zwischen -22,5% in Belgien und +43,7% in Rumänien. In Österreich ergab sich ein durchschnittliches Plus von 12,1%.
Der Einkommensanstieg in der Union ist auf einen leichten Zuwachs sowohl des Produktionsvolumens sowie auf ein deutlicheres Plus bei den Erzeugerpreisen zurückzuführen.
Im Jahr 2011 stieg der reale Wert der pflanzlichen Erzeugung in der EU um 7,5%, was aus höheren Preise (+5,7%) und größeren Mengen (+1,7%) resultiert.
Der Preisanstieg war bei allen Kulturpflanzen deutlich spürbar, insbesondere bei Getreide (+18,3%), Ölsaaten (+15,1%), Futterpflanzen (+12,8%) und Eiweißpflanzen (+11,6%), Ausnahmen sind frisches Gemüse (-9,7%), Olivenöl (-1,4%) und Blumen (-1,2%).
Bei den meisten Erzeugnissen wurden größere Mengen verzeichnet, insbesondere bei Zuckerrüben (+11%), Wein, Kartoffeln und Obst; geringere Ernten wurden dagegen bei Eiweißpflanzen (-16,3%), Oliven (-4,8%) sowie Zierpflanzen und Blumen (-2,1%) registriert.
Der Wertanstieg der tierischen Erzeugung um 7,7% ist das Ergebnis höherer Erzeugerpreise (+6,6%) und steigender Mengen (+1%). Die Erlöse nahmen bei Milch (+9,2%), Geflügel (+8,5%), Rindern (+8%), Schafen und Ziegen (+5,2%) sowie Schweinen (+4,4%) zu, ein Rückgang wurde bei Eiern (-4,7%) verzeichnet.
Für Betriebsmittel musste um 9,2% mehr ausgegeben werden
Bei den Kosten für landwirtschaftliche Vorleistungen (real) war eine Zunahme um 9,2% bei einer geringfügig gestiegenen Menge (+0,5%) zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Preisen für Produktionsmittel erklärt sich insbesondere durch höhere Aufwendungen für Futtermittel (+16,9%), Düngemittel (+14,7%) sowie Energie und Schmiermittel (+11,9%).
Der Wert der EU-Agrarausfuhren dürfte jüngsten Schätzungen zufolge im Jahr 2011 auf etwa EUR 105 Mrd. angestiegen sein (Zunahme von 16% gegenüber 2010), davon entfallen 64% auf verarbeitete Endprodukte. Besonders ausgeprägt war dieser Anstieg bei Spirituosen sowie Wein und Getreidezubereitungen. Die Ausfuhr von Weizen, der etwa die Hälfte der der exportierten Agrarrohstoffe ausmacht, erhöhte sich um 11% auf gut EUR 4 Mrd.
Die USA blieben weiterhin Hauptabnehmer für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU mit einem Wert von EUR 14,6 Mrd. (+8%). Die Ausfuhren nach Russland nahmen auch 2011 wieder zu (+14%) und beliefen sich auf mehr als EUR 10,5 Mrd. Die Schweiz bleibt mit einem Wert von rund EUR 6,5 Mrd. (+7%) der drittgrößte Markt für EU-Agrarausfuhren.
Der Gesamtwert der EU-Agrarimporte dürfte im Jahr 2011 um 16% auf schätzungsweise EUR 98 Mrd. zugelegt haben. Wie bei den Ausfuhren entfiel der größte Anteil auf verarbeitete Endprodukte (51%). Die wichtigsten EU-Einfuhren waren tropische Erzeugnisse: Die Importe von Obst und Gewürzen sowie Kaffee, Tee und Mate erreichten zusammen einen Wert von mehr als EUR 18 Mrd. Die Einfuhren von Ölkuchen machten über EUR 7 Mrd. aus, und in der Kategorie "Andere tierische oder pflanzliche Öle" wurden Erzeugnisse um rund EUR 8 Mrd. eingeführt. Auf die fünf obigen Produktgruppen entfallen zusammen beinahe 35% aller EU-Agrareinfuhren.
Im Jahr 2011 lagen die EU-Einfuhren aus Brasilien, dem mit 14% aller Agrarimporte wichtigsten EU-Handelspartner, über dem Vorjahresniveau (beinahe EUR 14 Mrd.), während die Lieferungen aus den USA auf EUR 8,2 Mrd. stiegen (+12%). Die EU-Einfuhren aus Argentinien, dem drittwichtigsten Zulieferer der EU, erfuhren eine Zunahme auf EUR 6,3 Mrd. (Quelle: AIZ)